Hauptthema: Trümpfe aus der zweiten Reihe

Magazin — Von admin am 17. Dezember 2009 um 13:26

Nicht jedes namhafte Unternehmen steht permanent im Fokus der Tagespresse. Doch die Suche nach attraktiven Basiswerten aus der zweiten Reihe eröffnet zahlreiche Chancen.

Kein Tag vergeht, an dem in den Medien nicht über die größten Mitspieler in der deutschen Unternehmenslandschaft berichtet wird. Anleger sollten sich von dieser Konzentration auf die „Dickschiffe“ der Börse aber nicht den Blick auf weitere Gelegenheiten verstellen lassen. Auch und gerade die etwas weniger beachteten Aktientitel bieten reizvolle Investmentchancen mit Zertifikaten.

Im Crashszenario des Jahres 2008 blieb kaum ein Wert vom Absturz verschont. Das zeigt sich auch an den Marktbarometern der zweiten Reihe. Nachdem MDAX®, SDAX® und TecDAX von März 2003 bis Mitte 2007 weitaus stärker als der große Bruder DAX haussiert hatten, ging es infolge der Finanzkrise rapide bergab.

Viele der gestrauchelten Aktien haben sich seit März diesen Jahres wieder in erheblichem Ausmaß erholt. Darunter finden sich viele interessante Titel, die mit guten Nachrichten auftrumpfen und als Basiswerte von Zertifikaten aussichtsreiche Investments ermöglichen.

Aixtron
Der einstige Neuer-Markt-Liebling Aixtron war schon fast in Vergessenheit geraten. Doch nun hat der Boom der LEDs das Unternehmen aus der Versenkung gehoben. Seit die herkömmliche, stromfressende Glühbirne durch staatliche Verordnungen langsam zu Grabe getragen wird, tritt die extrem sparsame LED ihren Siegeszug an. Vor allem auch als Hintergrundbeleuchtung von Laptops und in Fernsehgeräten setzen sich die leuchtenden Kraftpakete immer stärker durch. Der Markt für LEDs wird nach Einschätzung von JP Morgan von 4,89 Mrd. US-Dollar im Jahr 2009 bis 2013 auf 14,9 Mrd. US-Dollar wachsen. Aixtron profitiert vom Trend zum LED-TV. Den Produzenten von Leuchtdioden liefern die Aachener als Marktführer die Anlagen unter anderem zur Herstellung von Bauelementen für Fernseher.

Erst im Juli hatte Aixtron seine Prognosen erhöht und einen Jahresumsatz von 230 bis 250 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Zuletzt wurde diese Zielgröße nochmals auf 280 Mio. Euro hochgeschraubt. Im dritten Quartal 2009 kletterte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 82 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) legte um satte 123 Prozent auf 16,7 Mio. Euro zu.

Chartniveaus und Produkte:
Der Aufwärtstrend der Aixtron Aktie (Abbildung 1) seit März diesen Jahres ist atemberaubend. Von rund 3,00 Euro ging es um über 600 Prozent bergauf. Markante Unterstützungslinien im Chart finden sich bei etwa 16,00 Euro und bei rund 10,50 Euro. Aufgrund ihrer hohen Volatilität ermöglicht die Aktie auch bei konservativer Parameterausstattung sehr reizvolle Investments in Capped Bonus Zertifikate (siehe Tabelle 2) und in Discount-Papiere (siehe Tabelle 3).

Abb. 1: Aixtron

TUI
Der Reisekonzern Tui blickt zuversichtlich auf das Jahr 2010. Tui Travel-Chef Peter Long brachte den Optimismus auf eine einfache Formel: Viele würden sich sagen, wenn sie in diesem Jahr schon nicht verreist seien, würden sie das im nächsten Jahr auf jeden Fall tun. In vielen Ländern seien die Buchungen bereits deutlich angesprungen. Tui Travel entstand vor gut zwei Jahren aus der Fusion des britischen Anbieters First Choice mit der Reisesparte des Tui-Konzerns. Tui hält 51 Prozent der Anteile an Tui Travel. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das im September endete, hat Tui Travel 37 Mio. Pfund (41 Mio. Euro) verdient. Im Vorjahr ergab sich noch ein Verlust von 184 Mio. Pfund. Derweil liegt der Reisekonzern unter dem Strich weiter im Minus, wobei sich die roten Zahlen aber auf -25 Mio. Pfund (Vorjahr -271 Mio. Pfund) verringerten.

Chartniveaus und Produkte:
Die sehr volatile TUI Aktie (Abbildung 2) macht die Produktauswahl zum Vergnügen. Im März markierte der Titel bei 3,245 Euro sein Baisse-Tief und damit eine wichtige Unterstützungslinie. Am 20.11.2009 lagen die Notierungen bei 5,26 Euro. Selbst wenn man die entscheidenden Produktparameter (Einstiegskurs bei Discount Zertifikaten, Barriere bei Bonus und Capped Bonus Zertifikaten) unter die 3,245er Unterstützung legt, bieten die entsprechenden Papiere sehr attraktive Renditechancen (siehe Tabellen 1 bis 3).

Abb. 2: TUI

Stada
Bei den Umsätzen leidet der Hersteller von Nachahmermedikamenten unter leichten Rückgängen. Dafür verbuchte Stada aber im dritten Quartal 2009 ein ordentliches Gewinnplus von 21 Prozent. Zudem zahlen sich die Übernahmen in Russland aus.

Der Konzernumsatz ging in den ersten neun Monaten um acht Prozent auf 1,138 Mrd. Euro zurück. Für das vierte Quartal erwartet man zwar eine Umsatzsteigerung, wird aber für das Gesamtjahr 2009 das Umsatzrekordniveau des Vorjahres voraussichtlich nicht mehr erreichen. Der Konzerngewinn kletterte um 40 Prozent auf 23,2 Mio. Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Stada einen Rückgang beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf mindestens 250 Mio. Euro nach 294,3 Mio. Euro im Vorjahr.

Chartniveaus und Produkte:
Eine wichtige Unterstützungslinie lässt sich im Chart der Stada Aktie (Abbildung 3) bei circa 18,00 Euro ausmachen. Hieran kann die Produktauswahl orientiert werden. Einen Einstiegskurs von 18,16 Euro, auf dessen Höhe per Laufzeitende die Schwelle zwischen Gewinn und Verlust liegt, wies am 20.11.2009 zum Beispiel das Discount Zertifikat mit 20er Cap auf (siehe Tabelle 3). Ebenso könnte man bei identischer Laufzeit bis 17.12.2010 ein Capped Bonus Zertifikat mit einer sehr niedrigen Barriere von 14,00 Euro nutzen (siehe Tabelle 2).

Abb. 3: Stada

Hochtief
Mit dem abgesagten Börsengang von Hochtief-Concessions ist das größte IPO in Deutschland seit zwei Jahren gescheitert. Hochtief wollte nicht unter Wert verkaufen und sieht dafür auch keine Notwendigkeit. An der Tochter, zu deren Geschäftsfeldern Flughäfen, Straßen, soziale Infrastruktur sowie weitere Public-Private-Partnership-(PPP-)Projekte gehören, wollte Hochtief ohnehin auch künftig mindestens 51 Prozent der Anteile halten. Derweil kam Hochtief im Zuge der Absichtserklärung von Katar zur Entwicklung eines Schienennetzes für über 17 Mrd. Euro durch die Deutsche Bahn als möglicher Profiteur am Persischen Golf ins Gespräch.

Im dritten Quartal 2009 konnte der Essener Konzern die Analystenerwartungen weitestgehend übertreffen. Der Auftragseingang stieg minimal auf 7,22 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern legte nach 121,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 141,9 Mio. Euro zu und der Konzerngewinn wuchs auf 36,2 Mio. Euro an (Vorjahr 25,2 Mio. Euro). Für das gesamte Jahr 2009 stellte Hochtief ein Vorsteuerergebnis und einen Gewinn ungefähr auf dem Rekordniveau des Jahres 2008 in Aussicht.

Chartniveaus und Produkte:
Der Chart der Hochtief Aktie (Abbildung 4) zeigt auffällige Unterstützungsniveaus um 40,00 Euro, bei knapp 32,00 Euro und bei gut 20,00 Euro. Als Discount-Investment erscheint ein Papier mit 45er Cap aussichtsreich, das am 20.11.2009 einen Einstiegskurs mit 40,45 Euro im Bereich der erstgenannten Unterstützung aufwies (siehe Tabelle 3). Ein klassisches Bonus Zertifikat mit niedriger 30er Barriere bietet keine Bonusrendite und ist daher als Alternative für ein Hausse-Investment in der Aktie zu betrachten (siehe Tabelle 1). Das Capped Bonus Zertifikat mit noch niedrigerer Barriere bei 28,00 Euro ermöglicht indes eine moderate Bonusrendite (siehe Tabelle 2).

Abb. 4: Hochtief

Tabelle 1

Vossloh
Neben Hochtief rückte auch der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh kurzzeitig ins Rampenlicht, als von der Absicht Katars zur Entwicklung eines Schienennetzes für über 17 Mrd. Euro durch die Deutsche Bahn berichtet wurde. Möglicherweise könnte hier ein größerer Auftrag eingeheimst werden. Dies steht jedoch derzeit noch in den Sternen.

In den kommenden beiden Jahren will Vossloh moderat aus eigener Kraft wachsen. Dabei hofft man auf eine steigende Nachfrage nach umweltfreundlicher Mobilität im Nah- und Fernverkehr, von der die Schiene mit ihrem grünen Image profitieren könnte. Auch über Zukäufe soll das Wachstum angeheizt werden.

Momentan läuft das Kerngeschäft mit Schienenbefestigungssystemen vor allem in China nicht ganz rund. Geringere Abrufe von Schienenbefestigungen durch die Chinesen trugen im dritten Quartal 2009 zum 20-prozentigen Umsatzrückgang auf 252,4 Mio. Euro bei. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um fast 40 Prozent auf 24,2 Mio. Euro.

Im Gesamtjahr 2009 erwartet der Bahntechnik-Spezialist einen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro leicht unter dem Niveau von 2008, während ein operativer Gewinn von 138 Mio. Euro in etwa auf dem Stand des Vorjahres in Aussicht gestellt wurde.

Chartniveaus und Produkte:
Bei 45,41 Euro markierte die Vossloh Aktie (Abbildung 5) im Oktober 2008 ihren Baisse-Tiefstkurs. Hieran kann man sich bei der Barrierenauswahl eines Capped Bonus Zertifikats orientieren. Ein entsprechendes Papier mit 45er Barriere und 88er Bonuskurs (= Cap) bietet eine maximal mögliche Rendite von 9,38 Prozent p.a. (siehe Tabelle 2).

Abb. 5: Vossloh

IVG Immobilien
Im Gegensatz zu den USA und vielen europäischen Ländern hat es in Deutschland keine Immobilienblase gegeben. Dennoch ist die Branche natürlich auch hierzulande nicht von der Krise verschont geblieben. Nun machen sich deutsche Büroimmobilienfirmen mit Blick auf ihre jüngsten Verkaufserfolge aber Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt. Bereits im Oktober konnte IVG Immobilien das erst für 2010 gesteckte Ziel eines Objektverkaufs für mehr als eine Mrd. Euro erreichen.

Über eine Kapitalerhöhung haben die Bonner 72 Mio. Euro eingenommen und wollen mit diesem Geld auf dem von der Krise schwer gezeichneten Londoner Immobilienmarkt zuschlagen. Damit schwenkt man nach einer deutlichen Reduzierung des Verlustes wieder auf den Wachstumspfad ein. Im dritten Quartal 2009 gelang es, den Verlust überraschend stark auf 2,2 Mio. Euro zu drücken – nach -55 Mio. Euro im zweiten Vierteljahr und -17 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten einen Quartalsverlust in etwa auf Vorjahresniveau erwartet. IVG war mit Kostensenkungen erfolgreich und musste geringere Wertberichtigungen verbuchen. Jetzt schielt man auf die greifbar nahen schwarzen Zahlen.

Chartniveaus und Produkte:
Bei rund 4,20 Euro und bei etwa 3,20 Euro lassen sich im Chart der IVG Aktie (Abbildung 6) wichtige Unterstützungsniveaus erkennen. Das Bonus Zertifikat mit einer Barriere bei 3,30 Euro und einem Bonuskurs von 6,50 Euro bietet eine stark risikogepufferte Alternative zum direkten Aktieninvestment (siehe Tabelle 1). Derweil stellt das Capped Bonus Zertifikat mit Barriere bei 3,40 Euro akzeptable 8,49 Prozent Rendite p.a. in Aussicht (siehe Tabelle 2). Und beim 4,50er Discounter winken 10,66 Prozent p.a. als Maximalrendite, wobei der Einstiegskurs am 20.11.2009 mit 4,04 Euro leicht unter dem 4,20er Stabilisierungsniveau der Aktie lag (siehe Tabelle 3).

Abb. 6: IVG Immobilien

Fraport
Im dritten Quartal konnte der Frankfurter Flughafenbetreiber die Analystenerwartungen nicht ganz erfüllen. Dennoch schraubte Fraport seine eigenen Ziele für das Gesamtjahr 2009 leicht nach oben. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) strebt man einen Gewinn von 530 bis 540 Mio. Euro an. Zuvor hatte die Konzernleitung 500 bis 530 Mio. Euro angepeilt, wobei aber nach den ersten neun Monaten mit 492,5 Mio. Euro diese alte Zielmarke schon fast erreicht war. Für das kommende Jahr erwartet man, dass sich der Luftverkehr von der Krise erholen kann. Und mit der Fertigstellung seiner neuen Landebahn im Jahr 2011 will Fraport vom erwarteten Aufschwung verstärkt profitieren.

Mit 56,1 Mio. Euro verdienten die Frankfurter im dritten Quartal unter dem Strich weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes, wobei dort eine Sonderzahlung aus Bundesgarantien gewirkt hatte. Der Umsatz schrumpfte im Zeitraum Juli bis September um vier Prozent auf 532,7 Mio. Euro, nachdem der verkaufte Flughafen Hahn im Hunsrück keine Rolle mehr spielte. Der Ertrag vor dem Finanzergebnis, dem außerordentlichen Ergebnis, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab im dritten Quartal 2009 um zehn Prozent auf 186,4 Mio. Euro nach.

Chartniveaus und Produkte:
Bei gut 28,00 Euro und bei etwa 22,50 Euro liegen deutlich erkennbare Unterstützungslinien im Chart der Fraport Aktie (Abbildung 7). An dem niedrigen 22,50er Niveau kann man sich gut mit der Barrierenauswahl von Bonus und Capped Bonus Zertifikaten orientieren. Papiere mit niedriger 22er Barriere bieten attraktive Kennzahlen (siehe Tabellen 1 und 2). Bei einem Discount Zertifikat erscheint eine Konzentration mit dem Einstiegskurs auf die 28er Unterstützung sinnvoll (siehe Tabelle 3).

Abb. 7: Fraport

Wacker Chemie
Der Münchener Chemiekonzern Wacker ist nach dem US-Konkurrenten Hemlock weltweit der zweitgrößte Hersteller von polykristallinem Silizium, dem Grundstoff für Solarzellen. Für eine Milliarde US-Dollar will man nun im US-Bundesstaat Tennessee  einen Fabrikstandort aufbauen. Die Obama-Regierung lockt mit Zuschüssen für Vorhaben im Bereich der regenerativen Energien und möchte die Ansiedlung der Solarindustrie im Süden forcieren.

Auch in Deutschland werden die Kapazitäten aufgestockt. 550 Mio. Euro werden investiert, um ab dem kommenden Jahr im niederbayerischen Burghausen 26.000 Tonnen Polysilizium herzustellen. Und im sächsischen Nünchritz entsteht für 800 Mio. Euro eine Anlage mit einer Jahreskapazität von 10.000 Tonnen.

Neben der Siliziumproduktion ist der Konzern in der Erzeugung von Polymeren (Bindemittel), Silan und Silicon, Feinchemikalien und biotechnischen Produkten tätig. Die Einsatzbereiche erstrecken sich von Kosmetik bis hin zu Agrarchemikalien.

Die Erlöse lagen im dritten Quartal dieses Jahres mit 986,5 Mio. Euro 14,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem zweiten Quartal 2009 konnten die Münchener jedoch um 7,00 Prozent zulegen. Für das Gesamtjahr schätzen Analysten den Umsatz auf 3,7 Mrd. Euro im Bereich des Jahres 2007. In 2010 werde man dann mit 4,4 Mrd. Euro wieder an das Rekordjahr 2008 anknüpfen können. Der 2009er Nettogewinn dürfte sich knapp über 100 Mio. Euro belaufen, wobei im kommenden Jahr schon wieder 480 Mio. Euro für möglich gehalten werden.

Chartniveaus und Produkte:
Für den Basiswert Wacker Chemie (Abbildung 8 ) bot ein Capped Bonus Zertifikat mit 50er Barriere am 20.11.2009 die Chance auf eine Maximalrendite p.a. in Höhe von 8,59 Prozent (siehe Tabelle 2). Dabei liegt diese Barriere sehr konservativ bei weniger als der Hälfte des aktuellen Aktienkurses und nur wenig über der wichtigen 45er Unterstützungslinie, die mit dem Baisse-Tief im März dieses Jahres markiert wurde. Mit einem Discount Zertifikat könnte man sich bei einem Cap von 90,00 Euro mit dem Einstiegspreis von 78,55 Euro am 20.11.2009 recht gut an der Unterstützungslinie von rund 76,00 Euro orientieren (siehe Tabelle 3).

Abb. 8: Wacker Chemie

Tabelle 3

Bookmark and Share

Keine verwandten Artikel.

Tags: , , , , , ,

Kommentieren

Impressum | Rechtlicher Hinweis