Discount, Bonus und weitere Investment-Highs
Strategien & Anlegen — Von BNP Paribas am 15. April 2010 um 12:58Neuer Gipfelsturm.
Die Stabilisierung des DAX® im Februar leicht oberhalb der 200-Tage-Linie trägt Früchte. Offenbar haben die Bullen nach der kleinen Korrektur ab Mitte Januar neue Kräfte gesammelt, um einen energischen Angriff auf die Höchststände vom 11.01.2010 zu starten.
Bis Ende Februar präsentierte sich der Markt noch verhältnismäßig schwach. Wie wir in der letzten Ausgabe des W|Z Magazins hier berichteten, war jedoch die Robustheit des deutschen Standardwerte-Barometers knapp über der steigenden 200-Tage-Linie sehr auffällig. Dies sprach für Nachfrage, die den DAX® zwar zunächst nur vor größeren Verlusten bewahrte, aber beim Abebben des Verkaufsdrucks auch einen positiven Kurzfristtrend auslösen konnte.
Ab Anfang März war es dann endlich soweit und das deutsche Leitbarometer startete eine kräftige Rallye. Die im vergangenen Jahr zeitweise sehr zähe Widerstandslinie bei 5.750 Zählern hat sich währenddessen wieder als aussagekräftig erwiesen, sodass der Sprung darüber nicht im ersten Anlauf glückte. Nach der Überwindung darf man das Niveau um 5.750 Punkte nun als Unterstützungslinie im Auge behalten.
Am Beobachtungsstichtag, dem 24.03.2010, kämpfte der DAX® noch mit der nachhaltigen Überwindung der glatten 6.000 Zähler. In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass der potenzielle Schritt über diese psychologisch wichtige Marke „nur die halbe Miete ist“. Charttechnisch betrachtet ist der Markt dann nicht gänzlich frei zum Vorstoß in höhere Regionen.
Zum einen bildet der temporäre Höchststand vom 11.01.2010 bei 6.094,26 Punkten eine gewisse Hürde. Zum zweiten liegt in diesem Bereich auch das „Lehman-Niveau“, also der DAX®-Stand, der am Tag der Pleite von Lehman Brothers (15.09.2008) als Schlusskurs über die Ticker lief. Das waren 6.064 Punkte, deren Überwindung psychologisch betrachtet quasi einem Abhaken der Finanzkriseneskalation gleichkommt. Und zwischen rund 6.150 und 6.210 Punkten befindet sich zudem eine charttechnische Widerstandszone. Der DAX® dürfte es auf dem Weg nach oben also eher schwer haben, was aber keineswegs bedeutet, dass Kursniveaus deutlich jenseits der 6.000 Punkte unerreichbar wären. Sofern die aktuelle Dynamik der Rallye anhalten kann, sind neue Jahreshochs jederzeit möglich.
Unterstützungen finden sich bei 5.750 Zählern, im Bereich der 200-Tage-Linie (aktuell 5.550 Punkte, leicht steigend), darunter in der Zone zwischen 5.300 und 5.380 Punkten, im Bereich zwischen 5.120 und 5.170 Punkten, bei glatten 5.000 Zählern und in der Zone zwischen 4.700 und 4.830 DAX®-Zählern.
Bayer – mit Diversifikation zum Erfolg
Mit der Ankündigung, die Preispolitik der Medizinhersteller in Deutschland künftig genauer unter die Lupe zu nehmen, sorgte Gesundheitsminister Rösler bei den Pharmakonzernen für blankes Entsetzen. Bisher haben die Anbieter bei der Preisbildung die Zügel nämlich komplett selbst in der Hand. Entsprechend teuer gestaltet sich die Angelegenheit für die Krankenkassen, deren Ausgaben für verschreibungspflichtige Medikamente in den letzten 10 Jahren mit einem Anstieg von rund 50 Prozent regelrecht explodiert sind.
Der Bayer-Konzern glänzte zuletzt mit seinen Sparten Pharma und Consumer Health. Knapp 16,0 Mrd. Euro spielten die beiden Bereiche ein. Geht es nach dem Gesundheitsminister, sollen die Preise zwischen Krankenkassen und Herstellern künftig allerdings intensiv ausgehandelt werden. Welche Auswirkungen das auf die Pharmabranche hat, bleibt abzuwarten. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer setzt vorsorglich auf eine breite Diversifizierung seiner Geschäfte, um einer Abhängigkeit von der HealthÂCare-Sparte zu entgehen. Mit der Übernahme des kalifornischen Technologiezulieferers Artificial Muscle stärkten die Leverkusener jüngst ihr Polymer-Geschäft, das u.a. für die Entwicklung von Sensoren- und Touchscreen-Komponenten zuständig ist. Auch im Agrarbereich liefen die Geschäfte zuletzt rund. Trotz rückläufiger Erzeugerpreise in der Landwirtschaft konnte der Absatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich gesteigert werden.
Insgesamt schrumpfte der Umsatz des Gesamtkonzerns 2009 leicht um 5,3 Prozent auf 31,2 Mrd. Euro. Beim Überschuss vor Steuern und Zinsen fiel das Minus mit 13,1 Prozent sogar noch etwas größer aus. 3,8 Mrd. Euro blieben am Ende in der Kasse. Mit Blick auf das überraschend positive vierte Quartal gibt sich der Vorstand optimistisch und rechnet bis zum Jahr 2012 mit einer jährlichen Gewinnsteigerung von 10 Prozent.
Die charttechnische Situation
In die Riege der Titel mit ganz besonders spektakulären Achterbahnfahrten während der zurückliegenden zwei Jahre gehört die Bayer Aktie nicht. Dennoch waren die Kursausschläge kraftvoll. Im Gesamtjahr 2009 glänzte der Titel letztlich mit einem Gewinn von gut 30,00 Prozent. Gegenüber dem Tiefststand von Mitte März 2009 belief sich das Plus sogar auf mehr als 70,00 Prozent. Seit dem Start ins Jahr 2010 gab es hingegen mit Direktinvestments in Bayer Aktien nichts zu holen. Der Anfang Januar gescheiterte Versuch, die massive Widerstandslinie im Bereich von knapp 58,00 Euro ernsthaft zu attackieren, mündete vorerst in einen kräftigen Dämpfer. Eine sehr markante Unterstützungslinie findet sich im Chart auf dem Niveau um 45,00 Euro. Zudem erwies sich zuletzt die Zone um 47,00 Euro, in der sich momentan auch die steigende 200-Tage-Linie bewegt, als Stabilisierungsbereich. Solange die genannten Chartbereiche nicht nachhaltig unterschritten werden, stehen die Chancen für eine relativ stabile oder positive Entwicklung der Bayer Aktie gut.
Anregungen für Ihre Watchlist
Die auffälligen Chartmarken im Bayer-Kursverlauf helfen bei der Auswahl geeigneter Zertifikate.
1. Aufwärtschance mit Extra-Puffer
Investoren, die eine Überwindung des charttechnischen Widerstands bei 58,00 Euro vorerst für unwahrscheinlich halten, könnten mit einem Capped Bonus Zertifikat auf die Bayer Aktie richtig liegen. Das Papier mit der WKN BN4NMP begrenzt die Teilnahme an Basiswertgewinnen bei 58,00 Euro (Höchstkurs). 12,60 Prozent p.a. lassen sich mit dem Produkt maximal erzielen. Zur Realisierung dieser Bonusrendite darf der zugrunde liegende Bayer-Anteilsschein bis zum Bewertungstag, dem 17.06.2011, lediglich nie die Barriere von 35,00 Euro berühren oder unterschreiten. Sollte dieser aktuell 30,64-prozentige Risikopuffer nicht ausreichen, drohen Verluste.
2. Rendite durch Seitwärtssprint
Sprint Zertifikate eignen sich nicht nur zur überproportionalen Partizipation an Aktienkursgewinnen, sondern auch zur Erwirtschaftung lukrativer Seitwärtsrenditen. Das Zertifikat mit der WKN BN3521 entlohnt eine Unbeweglichkeit des Basiswertes bis zum Jahresende mit einer Rendite in Höhe von 9,65 Prozent (13,00 Prozent p.a.). Ausgehend vom Basispreis bei 45,00 Euro multipliziert der Sprinter Basiswertsteigerungen bis zum Cap von 53,00 Euro am Bewertungstag, dem 17.12.2010, mit dem Faktor zwei. Im Idealfall lassen sich somit bis zu 26,43 Prozent p.a. Gewinn einstreichen. Auch einen leichten Kursrückgang steckt das Papier weg. Erst unterhalb eines Basiswertstands von 48,00 Euro beschert das Zertifikat bei einem derzeitigen Kaufkurs von 51,00 Euro (Stand: 22.03.2010) dem Anleger einen Verlust.
Telekom – Dividendensegen und Internetoffensive
Die Frage nach üppigen Aktienkurssteigerungen ist für Telekom-Aktionäre seit langer Zeit ein Tabuthema. Wenigstens über die Dividendenzahlungen können sich die Anteilseigner des Bonner Konzerns aber nicht beklagen. Läuft alles nach Plan, beschließt die Hauptversammlung am 3. Mai eine satte Ausschüttung in Höhe von 78 Cent je Aktie. Bezogen auf den Aktienkurs von 9,86 Euro (Stand 22.03.2010), ergibt sich hieraus eine stattliche Dividendenrendite von fast 8,00 Prozent.
Grundlage für die großzügige GewinnausÂschüttung sind die soliden Geschäftszahlen des abgelaufenen Bilanzjahrs. Beim Umsatz konnte der Konzern nach stagnierenden Erlösen in den Vorjahren mit einer Steigerung von 4,6 Prozent auf 64,6 Mrd. Euro aufwarten. Auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 10,5 Prozent auf 19,9 Mrd. Euro zu. Bereinigt um die Aufwendungen für Wertminderungen blieben davon allerdings nur noch sechs Mrd. Euro übrig, was unter dem Strich einem Minus von 14,6 Prozent entspricht.
Im Geschäftsjahr 2010 präsentiert sich der ehemalige Staatskonzern von seiner innovativen Seite. Das weitgehend ausgereizte Kerngeschäft mit Telefonanschlüssen soll sukzessive um neue Unternehmensbereiche erweitert werden. Vorstandschef René Obermann verkündete daher höchstpersönlich die neue Stoßrichtung des Telekomriesen. Unter der Überschrift „Verbessern – Verändern – Erneuern” soll eine Vielzahl neuer Mobilfunk- und Internetdienstleistungen, wie zum Beispiel Musik-, Video-, Software- und TV-Angebote an den Mann gebracht werden. Um auch bei Analysten und Börsianern wieder Gehör zu finden, verkündete der Konzern, bis 2015 mindestens 12,00 Mrd. Euro durch die Innovationsoffensive einspielen zu wollen.
Die charttechnische Situation
Der Aufwärtstrend seit Sommer 2009 kam zu Beginn des neuen Jahres zum Erliegen, sodass die Telekom Aktie wieder unter die Marke von runden 10,00 Euro zurückfiel. Sofern sich der Titel wieder über dieses vielbeachtete Niveau retten kann, hätte eine Erholung zunächst Luft bis zum Widerstand bei 10,60 Euro und nachfolgend bis zur Zone um 12,00 Euro. Die jüngsten Stabilisierungstendenzen leicht oberhalb der 200-Tage-Linie wecken die Hoffnung auf eine neuerliche Aufwärtsdynamik. Als charttechnische Unterstützungsniveaus fallen der Bereich um 9,10 Euro und die Tiefststände vom Frühsommer 2009 um 7,90 Euro ins Auge.
Anregungen für Ihre Watchlist
Zertifikate, mit denen der Anleger bekanntlich nicht direkt die Dividendenzahlungen des zugrunde liegenden Titels einstreicht, liefern im Gegenzug besonders attraktive Konditionen bei hohen Dividendenrenditen des Basiswertes.
1. Hoher Bonus und reichlich Luft nach unten
Das Capped Bonus Zertifikat mit der WKN BN4REQ umfasst einen Anlagehorizont bis zum 16.12.2011. Die Renditeschranke des Papiers greift ab 13,00 Euro, sodass aktuell Luft für eine Bonusrendite in Höhe von 17,18 Prozent p.a. vorhanden ist. Die attraktiven Ausstattungsmerkmale machen sich insbesondere beim Blick auf den Risikopuffer bemerkbar: Trotz der ansehnlichen Bonusrendite dürfte die Telekom Aktie vom derzeitigen Niveau ausgehend um bis zu 29,00 Prozent einbrechen, ohne dass die Auszahlung des Bonuskurses (= Höchstkurs) nach dem 16.12.2011 ins Wasser fällt. Erst wenn die Barriere von 7,00 Euro bis zum Bewertungstag berührt oder unterschritten wurde, droht ein Verlust.
2. Renditen auch ohne Kurszuwächse
Mit Discount Zertifikaten lassen sich trendlose Kursbewegungen aussichtsreich in lukrative Seitwärtsrenditen ummünzen. Die WKN BN4PMP entlohnt den Anleger derzeit auch dann mit 15,36 Prozent p.a., wenn die Aktie nicht in die Gänge kommt. Entscheidend ist dabei die Cap-Marke von 9,50 Euro. Kann sich die Telekom Aktie zum Bewertungszeitpunkt am 17.06.2011 oberhalb dieser Schwelle behaupten, ist die Erzielung der Maximalrendite des Rabattpapiers gesichert. Wird der Basiswert hingegen leichter gehandelt, liegt das Augenmerk auf dem Einstandskurs des Zertifikats. Derzeit ist das Papier mit einem Abschlag von 19,08 Prozent zum Aktienkurs zu haben. Durch den anfänglichen Rabatt sind Anleger aktuell bis zu einem Kursrückgang auf 7,98 Euro per Laufzeitende vor Verlusten geschützt.
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Tags: Bayer, Bonus, Bonus Zertifikate, Cap, DAX, Deutsche Telekom, Discount Zertifikate, Rendite, VDAX













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