Doppelt vergoldet – Produkte auf Edelmetalle
Magazin — Von BNP Paribas am 23. Juni 2010 um 09:00Ein haussierender Goldpreis und ein starker US-Dollar gehen selten Hand in Hand. Die ungewöhnliche Konstellation beschert Discount Zertifikaten & Co. derzeit besonders hohe Renditen.
Beim Gold scheint derzeit eine denkbar simple Formel für die Preisentwicklung zu gelten: Solange weltweit das Vertrauen in Papiergeld angeschlagen bleibt, dürften die Notierungen wenigstens vor drastischen Rückschlägen verschont werden. Und da es den Staaten wohl kaum gelingen wird, ihre furchteinflößend hohen Schulden im Handumdrehen zurückzufahren, könnte diese Situation noch eine ganze Weile Bestand haben. Parallel dazu grassiert die Inflationsangst und stützt ebenso die Nachfrage nach der Krisenwährung.
Momentan ist alles anders
Normalerweise gilt am Goldmarkt die Faustregel, dass der Preis des Edelmetalls steigt, wenn der US-Dollar schwächelt. Zeigt sich der Greenback hingegen von seiner starken Seite, wird er von Investoren bevorzugt, und der Goldpreis gerät unter Druck. Dies hat in der Regel zur Folge, dass Anleger in Europa mit Goldinvestments ohne Währungssicherung deutlich schlechter abschneiden, als es die Entwicklung des in US-Dollar notierenden Edelmetalls auf den ersten Blick vermuten lässt.
Seit Monaten schon haussiert der US-Dollar aber gegenüber dem Euro, während die Gold-Notierungen dennoch klettern. So notierte die Feinunze Ende Mai leicht über 1.200 US-Dollar. Die Performance von rund 10,50 Prozent im bisherigen Jahresverlauf ist indes nichts gegen den Aufschwung des Goldpreises in Euro. Hier beläuft sich das Plus auf über 29,00 Prozent. Sogar die Marke von runden 1.000 Euro wurde schon geknackt, allerdings bisher nicht nachhaltig.
In der Aushebelung der normalerweise negativen Korrelation zwischen Goldpreis und US-Dollar sehen Experten einen Ausdruck des schwindenden Vertrauens in Papiergeld. Investoren setzen aktuell auf Gold, egal ob sich der US-Dollar nun schwach oder stark präsentiert.
Hier zeigt sich, dass Investments in ausländischer Währung nicht nur Währungsrisiken, sondern auch Währungschancen beinhalten. Sofern Gold weiterhin gefragt bleibt und gleichzeitig der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert einbüßt, sind Investments in das Edelmetall ohne Währungssicherung eindeutig im Vorteil gegenüber währungsgesicherten Anlagen.
Renditeturbo für Discounter & Co.
Discount Zertifikate auf Gold sind in diesem Zusammenhang besonders interessant. Die Rabattpapiere sind einerseits nicht auf einen haussierenden Basiswert angewiesen, sondern generieren hohe Renditen auch bei seitwärts laufenden Notierungen des zugrunde liegenden Titels. Zudem verzichtet BNP Paribas auf eine Währungssicherung, was sich in den vergangenen Wochen und Monaten kräftig auszahlte.
Den Effekt zeigt beispielsweise das Papier mit der WKN BN308K. Das Discount Zertifikat besitzt einen Cap von 1.200,00 US-Dollar und erreicht am 29.12.2010 den Bewertungstag. Zum hier angenommenen Einstiegszeitpunkt am 24.09.2009 kämpfte der Goldpreis mit der 1.000-Dollar-Marke, während der Discounter für 63,66 Euro zu haben war. Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar notierte bei 1,4675 EUR/USD.
In der Perspektive vom 24.09.2009 zum 29.12.2010 stellten sich die Chancen und Risiken bei einem konstanten Wechselkurs (1,4675 EUR/USD) wie folgt dar: Ein Goldpreis auf oder über dem Cap von 1.200 US-Dollar hätte pro Papier (gewichtet mit dem Bezugsverhältnis) eine Auszahlung von 81,77 Euro in Aussicht gestellt (120,00 US-Dollar/1,4675). Darauf basierend wurde eine maximale Rendite von stolzen 28,45 Prozent (21,92 Prozent p.a.) anvisiert. Unterhalb eines Goldpreises von 934,21 US-Dollar am Bewertungstag musste bei konstanten Wechselkursen mit dem Eintritt in die Verlustzone gerechnet werden.
Tatsächlich hat sich das Investment aber bis zum 28.05.2010 viel besser entwickelt (siehe Abbildung 1), da nicht nur der Goldpreis in US-Dollar um circa ein Fünftel angezogen hat. Gleichzeitig lag der Euro am 28.05.2010 nur noch bei 1,2248 EUR/USD. Der Kurs des Discounters legte im Zuge dessen von 63,66 Euro am 24.09.2009 bis auf 91,50 Euro am 28.05.2010 zu. Das entspricht einem beeindruckenden Gewinn von 43,73 Prozent – viel mehr als unter der Annahme konstanter Wechselkurse jemals zu erwarten war.
Die Währungsentwicklung nie aus den Augen verlieren
Die Tabellen mit ausgewählten Produkten zeigen attraktive Gelegenheiten mit Discount Zertifikaten auf Gold. Ebenso finden Anleger mit offensiverer Ausrichtung und größerer Risikotoleranz im Produktangebot von BNP Paribas die passenden Chancen mit Discount Calls und Discount Puts.
In jedem Fall spielt aber die weitere Entwicklung des EUR/USD-Wechselkurses eine entscheidende Rolle, da die Produkte nicht währungsgesichert sind. Ein weiterhin schwächelnder Euro beschert dem Anleger hierzulande einen zusätzlichen Gewinn. Dies hat das oben diskutierte Beispiel eindrücklich gezeigt. Ebenso wird dieser Sachverhalt in Abbildung 2 noch einmal deutlich. So wird das Discount Zertifikat mit der WKN BN3070 am 30.09.2010 bei einem Goldpreis auf oder über 1.200 US-Dollar und bei einem gegenüber dem 31.05.2010 unveränderten Wechselkurs von 1,2310 EUR/USD eine Rendite von 11,24 Prozent p.a. liefern. Rutscht die Währungsrelation weiter deutlich ab, erhöht sich die maximal erzielbare Rendite beispielsweise bei 1,1000 EUR/USD auf stolze 55,77 Prozent p.a. Dagegen würde eine starke Erholung des Euro zum US-Dollar die Gewinnchancen schmälern oder sogar komplett vernichten. Bei einem Wechselkurs von 1,3500 EUR/USD etwa ist unabhängig vom Goldpreis ein Verlust unausweichlich.
Verwandte Artikel:
Tags: Discount Calls, Discount Puts, Discount Zertifikate, Edelmetalle, EUR/USD, Geld, Gold, Rendite, Turbo, US-Dollar, Währungen








Subscribe