Währungen: Euro-Dollar – ist das Glas halb voll oder halb leer?
Magazin — Von BNP Paribas am 31. Juli 2010 um 12:07Wir leben in einer Dekade großer Krisen und platzender Blasen. New Economy Blase, US Immobilienblase, Bankenkrise, Staatsverschuldungskrise (Stichwort PIIGS). Diskutiert werden derzeit Blasenbildungen in Gold, in Bonds (Staatsanleihen) und am chinesischen Immobilienmarkt. All diese Krisen und Blasen haben maßgeblichen Einfluss auf die Devisenmärkte. Die Staatsverschuldungskrise ist laut einer Studie von Morgan Stanley statisch gesehen die logische Folge der Bankenkrise. In Europa drängen die großen Mächte wie Deutschland, Frankreich, aber auch Spanien und Großbritannien auf Haushaltskonsolidierungen. Es muss gespart werden. Damit stellen sich die Europäer gegen die Einschätzung der Amerikaner, vorneweg die US-Notenbank FED unter Bernanke, dass es noch zu früh sei, Sparmaßnahmen zu beschließenfed. Dies könne die eingeleitete konjunkturelle Erholung abwürgen und es bestehe die ernsthafte Gefahr einer deflationären Entwicklung. Eine solche müsse zwingend verhindert werden, weil nicht zu bewältigen. Das Währungsverhältnis Euro gegenüber US-Dollar (EUR/USD) befindet sich in einer gewaltigen Abwärtsbewegung seit November 2009 ausgehend von 1,5145 US-Dollar. Diese ist intakt und dürfte sich übergeordnet weiter fortsetzen bis zum Erreichen der Parität. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass es immer wieder zu zwischengeschalteten Erholungen kommen kann.
Ist das Glas beim Euro halb voll oder halb leer? Muss man die Entwicklung im großen übergeordneten Kontext optimistisch oder pessimistisch sehen? Werfen Sie dazu einen Blick auf den ersten Chart, der den Verlauf von EUR/USD seit 1989 zeigt. Langfristig bewegt sich EUR/USD in einem flachen Aufwärtstrendkanal. Die untere Begrenzung, die langfristige Aufwärtstrendlinie, verläuft derzeit bei ca. 1,0000 US-Dollar, also Parität. Was für ein Zufall, könnte man meinen. Die obere, deckelnde Begrenzungslinie verläuft bei ca. 1,6000 US-Dollar. Innerhalb dieses breiten Trendkanals hat der Euro also Spielraum von 1,0000 bis 1,6000 US-Dollar. Mit derzeit rund 1,257 US-Dollar notiert der Euro gegenüber dem US-Dollar erst im unteren Drittel des Trendkanals. Übergeordnet kann man daher durchaus bullisch gestimmt für den Euro bleiben. Wenn der legendäre Hedgefundsmanager Jim Rogers meint, dass der Euro ebenso wie der US-Dollar in 10 Jahren von der Bildfläche verschwinden wird, dann übertreibt er, um mediale Aufmerksamkeit erhaschen zu können. Die charttechnische Analyse bietet die Möglichkeit, sich im Kursgeschehen zu orientieren. Das übergeordnete charttechnische Kursziel für den Euro liegt bei ca. 1,0000 US-Dollar, also Parität. Übrigens auch die FX Analysten der BNP Paribas führen den Euro mit diesem Kurszielbereich. Die übergeordnete Tradingausrichtung lautet also nach wie vor Short. Vorsichtshalber sollten Turbo Puts mit einem Knock-Out-Level mindestens über 1,3000 US-Dollar verwendet werden, um an weiter fallenden EUR/USD-Notierungen zu partizipieren. Zwischenrallyes nach oben müssen einkalkuliert werden! Laut dem Hedgefunds-Report von Merrill Lynch/Bank of Amerika hatten Hedgefunds zwar in den vergangenen Wochen ihre massive Shortpositionierung auf den Euro partiell deutlich gecovert, anschließend erhöhte sich die Anzahl der Shortkontrakte jedoch wieder. Diese Branche, in der mittelfristig agierende Player am Markt aktiv sind, sieht den Euro also ebenfalls nach wie vor als Short an.
Die zweite Chartgrafik zeigt Ihnen eine Gegenüberstellung der Kursverläufe von EUR/USD und DAX®. Über weite Phasen liegt eine tendenziell positive Korrelation vor. Steigt EUR/USD, steigt in der Tendenz auch der DAX®. Fällt EUR/USD, fällt der DAX® in der Tendenz ebenfalls. Eine Sondersituation scheint seit November 2009 vorzuliegen. Seitdem bricht EUR/USD regelrecht ein und der DAX® behauptet sich bisher noch. Begründet wird dies fundamental damit, dass der abwertende Euro der europäischen, insbesondere der deutschen Exportwirtschaft in die Hände spielt. Möglicherweise ist die Situation auch ein vorlaufender Indikator. Charttechnisch hat sich das Bild des DAX® nach zweimonatigem Hin und Her nämlich ebenfalls verdunkelt. Abschließend präsentiere ich Ihnen drei Zertifikate, mit denen das Währungsverhältnis EUR/USD short gehandelt und von den erwarteten weiteren Kursverlusten profitiert werden kann. Sinnvollerweise bietet es sich an, aber erst noch zu warten, bis EUR/USD den derzeit laufenden Zwischenrallyeversuch abgeschlossen hat. Ein solcher kann sich nämlich zeitlich hinziehen und in den Bereich um 1,3000 US-Dollar oder sogar 1,3600 US-Dollar laufen.
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| Autor: Harald Weygand Head of Trading bei GodmodeTrader.de |
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Tags: DAX, Deflation, Devisen, Devisenmarkt, EUR/USD, FX, Gold, Put, Short, Turbos









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