Discount, Bonus und weitere Investment-Highs
Strategien & Anlegen — Von BNP Paribas am 18. August 2010 um 08:56200-Tage-Linie erneut bestätigt
Seit Ende April 2010 ist der DAX® festgefahren und erleidet immer wieder abrupte Rückschläge. Sehr positiv ist derweil, dass bisher jede kurzfristige Übermacht der Bären unverzüglich abgewürgt wurde. Interessanterweise drehte der Index bei den Kurzfrist-Korrekturen immer erstaunlich nahe der 200-Tage-Linie.
Auch ab Mitte Juli musste den Börsianern wie so oft in letzter Zeit vorübergehend mulmig werden. Innerhalb des zunehmend enger werdenden Seitwärtstrendkanals hatte der DAX® eine schnelle Rallye beendet und sank nun bedrohlich. Wer jedoch darauf vertraute, dass der deutsche Leitindex abermals die 200-Tage-Linie behaupten würde, konnte am 20.07.2010 zu Tiefstkursen knapp über 5.900 Zählern günstig zugreifen. Denn am Betrachtungsstichtag, dem 22.07.2010, hatte sich der Pegelstand schon wieder bis auf 6.142 Punkte erholt.
Die 200-Tage Linie verzeichnet in diesem durchwachsenen Börsenjahr nunmehr sieben Aufsetzer des DAX®. Jedes Mal ist hier zumindest zeitweilig ein positiver Stimmungswechsel geglückt. Lange dürfte sich das schnelle Auf und Ab ohne nachhaltige Tendenz gen Norden oder gen Süden jedoch nicht mehr fortsetzen. Die derzeitige Verengung der DAX®-Ausschläge lässt vermuten, dass sich vermehrt Kräfte aufstauen, die in naher Zukunft einen größeren Trendimpuls auslösen könnten.
Rein charttechnisch betrachtet stehen die Chancen für einen Aufwärtstrend nicht schlecht. Sollte endlich der nachhaltige Sprung auf neue Jahreshochs oberhalb von rund 6.340 Punkten gelingen, entfaltet sich durchaus weiteres Potenzial. Wenngleich ab 6.450 Zählern schon die nächsten Widerstände warten, könnte sich das Kräftesammeln der Bullen auf dem relativ hohen Marktniveau ohne völlig haltlose Baisse-Rückschläge auszahlen, und als mittelfristiges Ziel könnten die runden 7.000 Punkte in den Fokus rücken.
Sollte sich die Verengung der DAX®-Schwankungen im bestehenden Seitwärtstrend allerdings in einem kräftigen Rutsch unter die 200-Tage-Linie entladen, muss ein deutlicher Abwärtstrend befürchtet werden. Das nächstliegende charttechnische Unterstützungsniveau wäre dann der Bereich um 5.750 Punkte, wo eine Horizontalunterstützung mit der flachen Aufwärtstrendlinie seit August 2009 (5.720 Punkte, steigend) zusammentrifft. Darunter finden sich die Unterstützungsbereiche zwischen ungefähr 5.300 und 5.380 Punkten, zwischen rund 5.120 und 5.170 Zählern, auf dem runden 5.000er-Niveau sowie zwischen circa 4.700 und 4.830 DAX®-Zählern.
McDonald’s – Rekordumsatz dank Imagewandel
McDonald’s gilt nach wie vor als das Synonym für Fast Food schlechthin. Gegen den Großrivalen Burger King tobte jahrelang eine Schlacht um die Krone der Schnellrestaurants. Vom einstigen Revierkampf ist aber inzwischen kaum noch etwas zu spüren. Der Trend zu gesunder und kalorienarmer Ernährung stellt die alte Garde der Fast-Food-Ketten vor neue Herausforderungen. Mit überdimensionierten Burgern und kalorienlastigen Pommes brüstet sich daher kein Anbieter mehr. Ganz im Gegenteil: Gemüseburger, Wraps oder Latte Macchiato sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Speisekarten.
Mit Erfolg, die neuen Lifestyle-Produkte bescherten McDonald’s 2010 bisher einen kräftigen Aufschwung. Weltweit stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten um 10 Prozent auf 5,64 Mrd. US-Dollar. Auch beim Gewinn vor Zinsen und Steuern sorgte der Quartalsbericht für erfreute Gesichter. Mit einem kräftigen Sprung von 20 Prozent blieben am Ende 1,67 Mrd. US-Dollar übrig. Die Geschäfte laufen für McDonald’s vor allem in Deutschland rund. Auch in den Entwicklungsregionen Asien, Afrika und Mittlerer Osten stehen die hungrigen Gäste Schlange. Um rund 27 Prozent konnte das operative Ergebnis in diesen Gebieten zulegen.
Für den Rest des Jahres strebt der Konzern ebenfalls ambitionierte Ziele an. Bis zu 2.000 Mitarbeiter sollen dafür in Deutschland eingestellt werden. Die Anzahl der Schnellrestaurants wird bis 2012 um 30 neue Filialen aufgestockt. Und die Zahl der Kaffee-, Kuchen- und Snack-Shops unter der Marke „McCafé“ könnte sogar noch stärker wachsen. Versuchsweise sollen künftig nämlich auch McCafés eröffnet werden, die nicht räumlich an eine klassische McDonald’s-Filiale gekoppelt sind.
Die charttechnische Situation
Der langfristige Chart der McDonald’s-Aktie gibt ein durchweg positives Bild ab. In der Spitze konnte der Anteilsschein seit 2003 um fast 500 Prozent zulegen. Die imposante Aufwärtsbewegung beförderte die Aktie von einem Allzeithoch zum nächsten, wobei Anfang Mai dieses Jahres nach einem erneuten Hausse-Schub bei 71,84 US-Dollar die letzte Höchstmarke gesetzt wurde. Die Konsolidierung der vergangenen Wochen sorgte nun für Abkühlung. Bei rund 65,50 US-Dollar findet sich die nächste charttechnische Unterstützungslinie. Diese ist in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfach angetestet worden und verhalf der McDonald’s-Aktie Ende Mai sowie Ende Juni zu einer kurzfristigen Bodenbildung. Knapp darunter bei derzeit etwa 64,00 Euro (steigend) verläuft die Aufwärtstrendlinie seit 2003. Auf dem Niveau von circa 61,00 Euro befindet sich eine weitere charttechnische Unterstützungslinie. Mittlerweile haben sich die Notierungen wieder in die Nähe des Allzeithochs vorgearbeitet. Wenn der Sprung über die runde Marke von 72,00 US-Dollar nachhaltig gelingen sollte, könnte dieses Ausbruchsignal den Startschuss für weitere Kursgewinne geben.
Anregungen für Ihre Watchlist
Mit ausgewählten Zertifikaten, lassen sich die Markterwartungen des Investors zielgerichtet umsetzen. Neben Kursveränderungen des Basiswertes beeinflusst allerdings auch der Dollarkurs den Investmenterfolg. Bei nicht währungsgeschützten Produkten geht eine Abschwächung des US-Dollars zulasten der Rendite, während ein schwacher Euro einen zusätzlichen Renditeimpuls beschert.
1. Gute Renditeaussichten bei intakter Barriere
Wer nach den durchaus ansehnlichen Zuwächsen der McDonald’s-Aktie während der vergangenen Jahre vorerst wenig Potenzial für weiterhin kräftige Kursgewinne sieht, grundsätzlich aber positiv für den Wert gestimmt ist, findet bei Capped Bonus Zertifikaten attraktive Investmentgelegenheiten. Das Papier mit der WKN BN5JSK bietet derzeit ein Renditepotenzial in Höhe von 10,18 Prozent p.a. (unter der Annahme eines konstanten EUR/USD-Wechselkurses). Um diesen Ertrag zu erzielen, muss sich der Basiswert an jedem Börsenhandelstag bis zum 18.03.2011 (einschließlich) über der Barriere von 55,00 US-Dollar behaupten. Wird die Barriere berührt oder unterschritten, erfolgt die Abrechnung am Laufzeitende eins zu eins in Höhe des Basiswertkurses, maximal jedoch in Höhe des Caps. Erweist sich die Barriere wie erhofft als standhaft, kommt der Bonusmechanismus zum Tragen. In diesem Fall erhält der Anleger unabhängig vom Aktienkurs die Bonusrendite (Höhe auch abhängig von der Entwicklung des EUR/USD-Wechselkurses).
2. Szenario Seitwärtstrend
Discount Zertifikate locken mit ihrem Rabatt zum Basiswertkurs. Das Papier mit der WKN BN5W7F ist derzeit für 48,78 Euro (Stand: 19.07.2010) zu haben und kostet damit wechselkurbereinigt fast 10 Prozent weniger als die McDonald’s-Aktie. Der Preisnachlass kommt dem Anleger dabei doppelt zugute. Zum einen produziert das Papier auch dann die lukrative Seitwärtsrendite in Höhe von 11,96 Prozent p.a. (Annahme konstanter EUR/USD-Wechselkurs), wenn sich der Basiswert nicht von der Stelle rührt. Zum anderen wirkt der verbilligte Einstandskurs als moderate Verlustabfederung am Laufzeitende. Kapitaleinbußen sind mit dem Zertifikat nämlich erst dann ein Thema, wenn der in Euro umgerechnete Aktienkurs am Bewertungstag (17.06.2011) unter den Kaufpreis des Discounters rutscht. Die Kurschance nach oben ist dafür beschränkt. An Aktienkursen oberhalb des Caps von 70,00 US-Dollar partizipiert das Zertifikat nicht mehr.
Infineon – Rückenwind aus Amerika
Zu Anlegers Lieblingen zählte die einstige Siemens-Tochter in den zurückliegenden Jahren nicht. Verhaltene Geschäftszahlen, ein trüber Branchenausblick und eine meist negative Kursentwicklung sprachen gegen die Infineon-Aktie. Bis März 2009 stürzte der DAX®-Wert ins Bodenlose. Dann folgte eine nicht minder rasante Kehrtwende, die allgemein aufatmen ließ. Zuletzt mehrten sich die positiven Meldungen. Beispielsweise bekam Infineon jetzt unverhofften Rückenwind aus Amerika. Der Branchenprimus Intel sorgte im zweiten Quartal mit dem besten Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte für reichlich Euphorie in der Chipindustrie. Insbesondere die gestiegene Investitionsbereitschaft von Firmenkunden macht den Herstellern derzeit Hoffnung. Um bis zu 16 Prozent könnte der Markt Schätzungen zufolge bis 2014 jährlich zulegen.
Die Preise für Speicherchips haben in den vergangenen Monaten ebenfalls wieder an Fahrt gewonnen. Neben dem erwarteten Absatzsegen stehen somit auch höhere Erlöse pro Stück in Aussicht. Nach ohnehin guten Geschäftszahlen in den ersten Monaten dürfte Infineon vom positiven Umfeld weiter profitieren. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres konnte der Konzern seine Umsätze bereits um satte 55 Prozent auf 1,04 Mrd. Euro in die Höhe schrauben. Insbesondere die hohe Nachfrage aus dem Automobilsektor kam dem Münchener Konzern zugute. Die Sparte Automotive konnte auf der Erlösseite im Dreimonatsvergleich um mehr als zwei Drittel zulegen.
Beim Gewinn vor Steuern und Zinsen machte sich die restriktive Kostenpolitik positiv bemerkbar. Im Vergleich zu einem Verlust von 146 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum wurde diesmal ein Gewinn von 109 Mio. Euro verbucht. Für das Bilanzierungsjahr schraubt Vorstandschef Peter Bauer die Erwartungen daher deutlich nach oben. Der Vorstand rechnet mit einem Umsatzplus von knapp einem Drittel anstelle der bisher avisierten Steigerung um 20 Prozent.
Die charttechnische Situation
Unter dem Strich gleicht der Kursverlauf der Infineon-Aktie seit der Erstnotiz im Jahr 2000 einem Trauerspiel. Kurz nach der Emission wurden Notierungen von über 90,00 Euro erreicht. Dann ging es, abgesehen von einer längeren Verschnaufpause in den Jahren 2003 bis 2007, permanent bergab. Schließlich wurde der DAX®-Titel sogar zum Penny-Stock und erreichte im März 2009 mit 0,38 Euro seinen Tiefststand. Acht Wochen später hatten sich die Notierungen in einer fulminanten Erholungsrallye beinahe versiebenfacht. Ab Mai 2009 begann daraufhin wieder ein halbwegs „normales“ Aktienleben. Seither lässt sich eine bislang unverletzte Aufwärtstrendlinie erkennen, die derzeit bei rund 4,80 Euro (steigend) notiert und sich gegenüber den nahe herangerückten Aktienkursen von 4,87 Euro (Stand 20.07.2010) behaupten muss. Charttechnische Widerstände finden sich bei rund 5,30 Euro und 5,60 Euro. Unterstützungen lassen sich in den Bereichen um 4,40 Euro, 3,50 Euro und 3,00 Euro ausmachen.
Anregungen für Ihre Watchlist
Unter fundamentalen Gesichtspunkten bietet die Infineon-Aktie durchaus Potenzial. Die kräftigen Kursschwankungen mahnen allerdings zur Vorsicht. Zertifikate mit integriertem Teilschutzmechanismus federn das Risiko eines direkten Basiswert-Investments ab und bieten attraktive Performanceaussichten.
1. Seitwärtschance für Kurzentschlossene
Wer einem langfristig ausgelegten Investment auf Basis der Infineon-Aktie momentan nicht über den Weg traut, findet in kurzlaufenden Zertifikaten die passenden Chancen. Der Discounter mit der WKN BN337B verfügt über eine angenehm kurze Restlaufzeit von fünf Monaten und bietet dennoch eine attraktive Rendite. Im Idealfall wird das Papier am Jahresende inklusive eines respektablen Wertzuwachses in Höhe von 14,76 Prozent p.a. zurückgezahlt. Die anvisierte Performanceausbeute wird dabei auch von leichten Basiswertschwankungen nicht in Gefahr gebracht. Die Erfolgsformel des Produkts ist denkbar einfach: Der zugrunde liegende Titel muss am Bewertungstag (17.12.2010) lediglich über der Cap-Marke von 4,00 Euro notieren, um die Maximalausbeute zu ergattern. Fallen Kursrücksetzer am Jahresende größer aus, schützt der Einstiegsrabatt zumindest bis auf den derzeitigen Kaufkurs des Zertifikats von 3,77 Euro (Stand: 19.07.2010) vor roten Zahlen auf der Depotabrechnung.
2. Tiefe Barriere und lukrativer Bonus
Die Erwartung leicht steigender Basiswertnotierungen lässt sich mit dem Capped Bonus Zertifikat mit der WKN BN4Q9M gekonnt nutzen. Der Investmenthorizont des Papiers erstreckt sich bis in den März des kommenden Jahres. Der hohen Schwankungsanfälligkeit der Infineon-Aktie trägt das Produkt dabei in besonderer Weise Rechnung. Mit einer tief angesetzten Barriere von 3,00 Euro steht aktuell ein beruhigender Sicherheitspuffer von knapp 40,00 Prozent zur Abfederung von Kursverwerfungen zur Verfügung. Wird die Barriere von 3,00 Euro bis zum Bewertungstag, dem 18.03.2011, zu keinem Zeitpunkt berührt oder unterschritten, sind Verluste ausgeschlossen. Zudem entfaltet der Bonusmechanismus bei intakter Barriere seine attraktive Renditewirkung. 18,16 Prozent p.a. spielt die Anlage in diesem Fall nach rund acht Monaten ein. Ein höherer Ertrag kann durch die eingebaute Renditeschranke nicht generiert werden.
Verwandte Artikel:
- Discount, Bonus und weitere Investment-Highs
- Discount, Bonus und weitere Investment-Highs
- Discount, Bonus und weitere Investment-Highs












Subscribe