Discount, Bonus und weitere Investment-Highs

Feature, Strategien & Anlegen, Titelseite — Von BNP Paribas am 25. Januar 2012 um 15:59

Guter Start ins neue Jahr

Gleich am ersten Handelstag 2012 glückte dem DAX® ein dynamischer Sprung über die psychologisch bedeutsame Hürde von runden 6.000 Punkten. Dieser gelungene Auftakt stimmt zuversichtlich, zumal damit nicht nur ein Horizontalwiderstand geknackt wurde.

Die Abwärtstrendlinie seit Ende Juli 2011 und die Erholungstendenz seit Ende September bilden nämlich eine charttechnische Keilformation, die zuletzt eng zusammengelaufen war. Derartige Situationen markieren häufig den Endpunkt einer Unentschlossenheit der Börsianer, sodass die Ausbruchsrichtung aus der Keilspitze als starker Impuls für die Entwicklung der nächsten Zeit empfunden wird. Dass der Ausbruch nach oben gelang, mit einer satten Tagesperformance von 3,00 Prozent einherging und auch noch am viel beachteten ersten Handelstag des Jahres erfolgte, macht somit aus rein charttechnischer Sicht viel Hoffnung für die bevorstehende Tendenz.

Bis zum Beobachtungsstichtag, dem 05.01.2012, hat allerdings die Widerstandszone zwischen rund 6.160 und 6.200 Punkten der Kauflaune vorerst einen kleinen Dämpfer versetzt. Die Bremswirkung dieses Bereichs hatte sich auch schon zu Anfang Dezember deutlich gezeigt. Wenn Hiobsbotschaften aus dem fundamentalen Umfeld ausbleiben, könnte nun aber der zweite Angriff auf die wichtige Hürde von Erfolg gekrönt werden.

Chart 1

Chart 2

Dicht darüber, zwischen circa 6.330 und 6.390 DAX®-Zählern, wartet jedoch schon der nächste Widerstand, unmittelbar gefolgt von der unterschrittenen 200-Tage-Linie (6.423 Punkte am 05.01.2012, sinkend). Um eine ausgedehnte Aufwärtsbewegung zu realisieren, müssen die Börsenbullen also viel Durchschlagskraft aufbringen. Zumal auch das nicht weit entfernte Fukushima-Tief vom März 2011 bei etwa 6.500 Punkten eine psychologische Barriere darstellt. Damit die Indexnotierungen auch dieses Niveau überwinden können, dürften wohl handfeste fundamentale Argumente wie ein Durchbruch bei der Lösung der Staatsschuldenkrise oder eine unerwartete Konjunkturaufhellung vonnöten sein. Schließlich würden oberhalb von 6.500 Zählern auch die runden 7.000 Punkte und damit ein kompletter Ausgleich des crashartigen Einbruchs vom August und September 2011 in greifbare Nähe rücken.

Sollte sich die vielversprechende DAX®-Bewegung vom Jahresanfang hingegen als Strohfeuer erweisen, muss zunächst mit einem Rückfall in den Bereich zwischen ungefähr 5.650 und 5.850 Punkten gerechnet werden. Wenn sich die allgemeine Stimmungslage nicht völlig verdüstert, könnten in dieser Zone die überwundene Abwärtstrendlinie seit Ende Juli 2011, die kurzfristigen Aufwärtstrendlinien seit Ende September und Ende November sowie die Horizontalunterstützungen bei rund 5.650 und 5.750 Zählern für eine Stabilisierung sorgen. Darunter wäre die nächste markante Unterstützungszone zwischen ungefähr 5.300 und 5.380 Punkten auszumachen.

ThyssenKrupp – gute Vorsätze für das neue Jahr
Am Ende war der Druck des Bundeskartellamts dann doch zu groß. Folglich setzt der Stahlkonzern jetzt mit Volldampf auf Wiedergutmachung. Der Hintergrund: Zwischen 1998 und 2008 sollen illegale Preisabsprachen und unerlaubte Auftragsverteilungen zwischen den Produzenten von Eisenbahnschienen allein auf dem deutschen Markt zu dreistelligen Millionenschäden geführt haben. Mittendrin im sogenannten Kartell „Schienenfreunde“: die ThyssenKrupp-Tochter GFT Gleistechnik.

Nach personellen Konsequenzen im eigenen Haus soll jetzt auch den Geschädigten gegenüber Reue gezeigt werden. Allen voran der Deutschen Bahn als Hauptbetroffenem winken Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe. Ein Schmeichelkurs, der nicht nur auf Öffentlichkeitseffekte abzielt. Denn der Blick auf die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr macht deutlich: ThyssenKrupp hat jeden Kunden bitter nötig und kann belastete Geschäftsbeziehungen wahrlich nicht gebrauchen. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern verbuchte der Konzern im Geschäftsjahr 2010/11 (beendet am 30.09.2011) einen Verlust in Höhe von 0,98 Mrd. Euro, nachdem im vorhergehenden Vergleichszeitraum noch ein Plus von 1,35 Mrd. Euro zu Buche stand. Der Umsatzentwicklung ist mit einem Plus von 15 Prozent auf 49,09 Mrd. Euro hingegen ein positiver Trend zu bescheinigen.

Als herber Verlustbringer erwies sich das Geschäft jenseits des Atlantiks. Die Region riss eine dramatische Lücke von 3,14 Mrd. Euro ins Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Vor allem Wertberichtigungen in Höhe von 2,1 Mrd. Euro auf Stahlwerke in Brasilien und den USA führten zum desaströsen Abschneiden. Auch für das Jahr 2012 sieht ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger das Amerika-Geschäft kritisch.

Grundsätzlich bleibt der Ausblick aber positiv, denn die anderen Konzernbereiche entwickelten sich durchweg vielversprechend. Insbesondere das europäische Stahlgeschäft und das Fahrstuhlgeschäft konnten beim Ergebnis deutlich zweistellig zulegen.

Chart 3

Die charttechnische Situation
Der negative Ausklang des Geschäftsjahres spiegelt sich auch im Chartbild der ThyssenKrupp-Aktie wider. Zwischen Juni und September 2011 rauschte der Wert vom Jahreshoch bei 36,20 Euro um mehr als 53,00 Prozent in die Tiefe. Rund 43,00 Prozent beträgt der Verlust im zurückliegenden Gesamtjahr. Aktuell scheint sich die Aktie jedoch zu stabilisieren. Das zuletzt ausgebildete Tief bei 16,70 Euro erwies sich bisher als robuster Rückhalt und kann damit als Boden künftiger Entwicklungen angesehen werden. Ausgehend von dieser Unterstützungslinie hätte eine Aufwärtskorrektur in erster Instanz Luft bis an die Widerstandszone um etwa 26,30 Euro. Besonders positiv stimmt die dynamische Überwindung der Abwärtstrendlinie seit Ende Juni 2011 an den ersten Handelstagen des neuen Jahres.

Anregungen für Ihre Watchlist
Charttechnisch und auch fundamental  könnte ThyssenKrupp nach den herben Rücksetzern die Talsohle durchschritten  haben. Mit Zertifikaten lassen sich die Comeback-Chancen der Aktie nutzen, ohne das volle Risiko eines Direktinvestments tragen zu müssen.

Chart Tabelle 1 und 2

1. Gepufferte Anlage für Comeback-Optimisten
Wer an eine Wiederbelebung der ThyssenKrupp-Aktie glaubt, kann sich mit Bonus Zertifikaten aussichtsreich positionieren. Beim Zertifikat mit der WKN BP2G9X fällt zwar die in Aussicht stehende Bonusrendite von lediglich 0,71 Prozent p.a. kaum ins Gewicht. Dafür partizipiert der Anleger jedoch unbegrenzt an steigenden Notierungen des Basiswertes und besitzt einen üppigen Risikopuffer. Die Barriere ist nämlich bei niedrigen 11,00 Euro satte 42,56 Prozent unter dem Aktienkurs vom 05.01.2012 (19,15 Euro) fixiert. Selbst das letzte Baisse-Tief der ThyssenKrupp-Aktie vom 20.11.2008 bei 11,71 Euro hätte diese Barriere nicht angetastet. Die relativ kurze Laufzeit des Papiers bis 21.09.2012 trägt weiterhin zur Attraktivität des Investments bei. Denn die Chancen stehen nicht schlecht, dass der Basiswert innerhalb von nur neun Monaten nicht noch einmal so drastisch einbrechen  wird, dass die Barriere in Gefahr geriete. Somit ist die Wahrscheinlichkeit hoch,  dass am 21.09.2012 wenigstens der Bonuskurs von 20,00 Euro als Rückzahlung festgestellt wird und den Anleger auch bei einer moderaten Fehleinschätzung des Basiswertes vor Verlusten bewahrt. Mit dieser komfortablen Teilabsicherung lässt es sich sehr komfortabel auf einen deutlichen Anstieg der ThyssenKrupp-Aktie setzen.

2. Rendite im Seitwärtsmarkt
Eine weniger optimistische, aber dennoch verhalten zuversichtliche Meinung zum Basiswert lässt sich über den Discounter  mit der WKN BP0EJV in reizvolle Chancen verwandeln. Als Grundlage der Überlegungen für ein Investment dient hier die skizzierte charttechnische Unterstützlinie bei 16,70 Euro. Notiert die Aktie am Bewertungstag, dem 15.06.2012, oberhalb dieser Marke oder rutscht allenfalls bis auf 16,50 Euro ab, erhält der Anleger die maximale Renditeausbeute des Papiers. Ansehnliche 18,04 Prozent p.a. sind in diesem Fall bei einem kurzen Anlagehorizont erzielbar. Wird die Aktie unter den Cap von 16,50 Euro durchgereicht, fällt die Performance entsprechend geringer aus. Ein Verlust kommt allerdings erst zustande, wenn auch der zum Kaufzeitpunkt realisierte Einstiegspreis des Zertifikats (aktuell 15,33 Euro, Stand: 05.01.2012) am 15.06.2012 vom Basiswertkurs unterschritten wird.

Stabilisierungschancen im Bankensektor
Zertifikate auf Bankaktien locken derzeit mit besonders attraktiven Konditionen. Dafür ist die hohe Schwankungsintensität der Basiswerte verantwortlich (siehe auch Volatilitätsübersicht auf Seite 26). Bekanntermaßen können vor allem Discount Zertifikate in solchen Situationen mit üppigen Rabatten des Produktpreises zum Aktienkurs aufwarten. Aber auch Bonus-Papiere bieten beim Bezug auf volatile Titel überdurchschnittlich reizvolle Konstellationen aus günstigen Einstiegspreisen, großen Risikopuffern bis zur Barriere und ansprechenden Bonusrenditen.

Selbstverständlich ist zu beachten, dass die hohe Volatilität nicht zuletzt die deutlichen Kursverlustgefahren zum Ausdruck bringt, mit denen viele Bankaktien derzeit behaftet sind. Allerdings stimmen zwei Aspekte recht zuversichtlich für die Entwicklung in näherer Zukunft, sodass vorsichtige Positionierungen in Zertifikaten mit komfortabler Risikoabfederung durchaus eine Überlegung wert sind.

Zum einen hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren jüngsten Maßnahmen keinen Zweifel daran gelassen, dass sie den Kreditinstituten unter die Arme greift und auf eine nachhaltige Stabilisierung des Bankensektors hinarbeitet. Vor allem das Angebot dreijähriger Refinanzierungen in beliebiger Höhe zu einem Zins von lediglich 1,00 Prozent hat zum Aufatmen beigetragen und den Banken Bewegungsspielraum verschafft. Schließlich muss etwa eine Kreditklemme mit Blick auf die in der Euro-Krise ohnehin schon angeschlagene Gesamtwirtschaft vermieden werden. Und zum anderen finden sich durchaus spannende charttechnische Situationen, die unmissverständlich auf Stabilisierungen hindeuten. Beispielsweise befinden sich die Anteilsscheine der Deutschen Bank zwar zittrig, aber doch recht dynamisch auf Klettertour, seit der Einbruch vom Spätsommer abgearbeitet ist.

Chart 4

Die charttechnische Situation
Bankaktien waren im Jahr 2011 nichts für schwache Nerven. Zwischen Juli und September sank selbst der Börsenwert des Branchenprimus Deutsche Bank kurzerhand um die Hälfte. Das Herbsttief der Aktie bei 20,79 Euro hatte allerdings nur eine kurze Halbwertzeit und wurde von einer prompten Erholung bis zum Jahresende auf 29,44 Euro abgelöst. Die Kursentwicklung in den ersten Wochen des Jahres 2012 dürfte entscheidend für den weiteren Verlauf sein, denn die übergeordnete Abwärtstrendlinie konvergiert mit der jüngsten Aufwärtstrendlinie seit September. Wird diese Keilformation nach unten durchbrochen, so müsste ein neuerlicher Abwärtsschub befürchtet werden. Ein Ausbruch gen Norden könnte hingegen ein äußerst positives Signal liefern. In diesem Fall wäre aus charttechnischer Sicht sogar mittelfristig Luft bis zur Widerstandslinie bei circa 40,00 Euro.

Anregungen für Ihre Watchlist
Zertifikate bieten gerade angesichts der aktuell hohen Volatilitäten von Bankaktien attraktive Parameter mit großen Sicherheitspuffern und hohen Renditechancen.

Chart Tabelle 3 und 4

1. Volle Aufwärtspartizipation, Risikoteilschutz und Seitwärtschance
Mit der 2011er-Korrektur dürfte ein Teil der Zukunftssorgen der Deutschen Bank bereits in den Kursen eingepreist sein. Mit Bonus Zertifikaten erhält der Anleger die vollen Kurschancen der Aktie, ohne dabei deren volles Risiko in Kauf nehmen zu müssen. Das Papier mit der WKN BP1QNP bietet aktuell einen Sicherheitspuffer in Höhe von gut 33,00 Prozent (Stand: 05.01.2012). Die für den teilweisen Verlustschutz maßgebliche Barriere von 19,00 Euro liegt sogar unterhalb des Jahrestiefs und der charttechnischen Unterstützungslinie bei rund 20,80 Euro. Bis zum Bewertungstag, am 21.06.2013, sollte die Barriere im Idealfall jederzeit unverletzt bleiben. Dann ist die Bonusrendite in Höhe von 9,61 Prozent p.a.  als Mindestertrag sichergestellt.

Wird die Barriere hingegen berührt oder unterschritten, sind der Verlustschutz und die Bonusrendite verwirkt. Die Chance auf eine volle und unbegrenzte Partizipation an Basiswertsteigerungen bleibt aber in jedem Szenario erhalten. Abgesehen vom Dividendenverzicht und dem winzigen Aufgeld von 0,21 Prozent schneidet der Zertifikatebesitzer somit nie schlechter ab als der Aktionär.

2. Aussichtsreich positioniert  im Seitwärtsmarkt
Discount Zertifikate eignen sich für Investoren, die von einem eher begrenzten Kurspotenzial der Aktie ausgehen. Beim Rabattpapier mit der WKN BN75CT liegt der Outperformance-Punkt aktuell bei 33,86 Euro. Notiert der Basiswert am Laufzeitende (Bewertungstag 15.06.2012) unterhalb dieser Marke, schneidet der Zertifikatebesitzer in jedem Fall besser als mit dem direkten Kauf der Aktie ab (ohne Dividendenberücksichtigung). Maximal 47,20 Prozent p.a. sind als Gewinn erzielbar, wenn die Deutsche Bank am Bewertungstag auf oder oberhalb des Caps von 29,00 Euro notiert. Eine geringere, aber immerhin noch positive Rendite klingelt in der Kasse, wenn der zugrunde liegende Titel unter den Cap rutscht, aber über dem Einstiegspreis des Zertifikats (aktuell: 24,43 Euro; Stand: 05.01.2012) schließt. Verliert die Deutsche Bank stärker an Wert, wandert auch der Discounter in die Verlustzone. Durch den Einstiegsrabatt fallen mögliche Einbußen jedoch immer niedriger als bei der Aktie aus.

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